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Praktiker halten 06.04.2009
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Christoph Schlienkamp, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Praktiker (ISIN DE000A0F6MD5 / WKN A0F6MD) von "verkaufen" auf "halten" herauf.
Der Umsatz des Konzerns habe 2008 3,907 Mio. EUR erreicht und damit um 1,0% unter dem Vorjahr gelegen. Flächenbereinigt habe sich der Umsatz um 6,0% verringert. Dieser Rückgang sei ausschließlich durch das Deutschlandgeschäft bewirkt worden und hier wiederum nur von der Marke Praktiker. Max Bahr hingegen habe einen Umsatzzuwachs um 2,1% verzeichnet, der allerdings im Wesentlichen darauf zurückgegangen sei, dass Max Bahr 2008 mit zwölf Monaten, 2007 aber akquisitionsbedingt nur mit elf Monaten in den Konzernabschluss einbezogen worden sei.
Ein kräftiges Umsatzplus habe Praktiker hingegen im internationalen Geschäft erreicht. Hier sei der Umsatz um 14,6% auf 1,241 Mrd. EUR gestiegen. Flächenbereinigt habe sich aber ein Minus von 0,5% ergeben. Im internationalen Geschäft, besonders aber in Osteuropa, sei die Wachstumsdynamik bis zu Beginn des vierten Quartals ungebrochen gewesen, danach sei es jedoch zu deutlichen Bremsspuren gekommen.
2008 hätten sich zudem die Abwertungen der osteuropäischen Währungen negativ auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt im vierten Quartal gewesen, weil in diesem Zeitraum der Polnische Zloty, die Türkische Lira, der Rumänische Leu und der Ungarische Forint zwar in unterschiedlichem Maße, aber doch im Gleichschritt stark an Wert verloren hätten. Unter der Annahme gleich bleibender Wechselkurse wäre der Umsatz 2008 im Ausland um 16,3% gestiegen, flächenbereinigt hätte sich ein Plus von 0,6% ergeben.
Das EBITA habe im Berichtsjahr 129,1 Mio. EUR nach 116,0 Mio. EUR im Vorjahr erreicht. Hieraus errechne sich eine EBITA-Marge von 3,3% nach 2,9% in 2007. Das Finanzergebnis habe -49,3 Mio. EUR (Vorjahr: -22,5 Mio. EUR) betragen. Diese Verschlechterung gehe auf mehrere Faktoren zurück: Im dritten Quartal 2007 habe der Konzern von einem einmaligen Veräußerungsertrag in Höhe von 6,8 Mio. EUR profitiert. 2008 seien die Zinserträge geringer ausgefallen als im Vorjahr, weil der Bestand an liquiden Mitteln im Durchschnitt des Jahres niedriger gelegen habe. Außerdem seien im Zuge der Finanzkrise zeitweise niedrigere Zinssätze bei der kurzfristigen Geldanlage in Kauf genommen worden, wenn dadurch die Sicherheit der Anlage habe erhöht werden können.
Mit der Expansion im Ausland habe die Zahl der Finance Leases weiter zugenommen. Der daraus resultierende Zinsaufwand sei um 3,1 Mio. EUR auf 25,6 Mio. EUR gestiegen. Zusätzlich seien im Berichtszeitraum auch die Währungseffekte, die im Zusammenhang mit stichtagsbezogenen Bewertungen von Fremdwährungsverbindlichkeiten gestanden hätten, erheblich nachteiliger ausgefallen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. 2008 sei ebenfalls ein hoher einmaliger Steueraufwand in Höhe von 53,9 Mio. EUR angefallen, der auf eine Wertberichtigung der aktiven latenten Steuern zurückgehe.
Im Rahmen der Einführung des Easy-to-Shop-Konzepts 2007 seien die Sortimente grundlegend überarbeitet worden. Nachdem sich zu Beginn des Jahres 2008 herausgestellt habe, dass dieses Konzept in Relation zum damit verbundenen Aufwand nicht die notwendigen Umsatzsteigerungen erbracht habe, sei zunächst auf weitere Umbauten von Märkten verzichtet worden. Stattdessen seien die Sortimente einer weiteren Analyse und Überarbeitung unterzogen worden. Gegen Ende des Jahres seien die entsprechenden Optimierungsmaßnahmen in den bestehenden Easy-to-ShopMärkten umgesetzt worden. Zu Beginn des Jahres 2009 sei dann wieder damit begonnen worden, weitere Märkte auf das optimierte Konzept umzubauen.
Der Anteil der Eigenmarken am Umsatz liege mit durchschnittlich 3,5% auf Vorjahresniveau. Zur Verbesserung der Rohertragsmarge habe sich Praktiker das Ziel gesetzt, diesen Wert auch zukünftig weiter zu steigern. Entscheidend bleibe dabei aber die Akzeptanz der Eigenmarken beim Kunden. Gerade in Osteuropa bestehe nach wie vor eine sehr hohe Markenaffinität, die einer Ausweitung des Eigenmarkenanteils in vielen Fällen entgegenstehe.
Bei der Analyse sei zudem zu beachten, dass die weiter notwendige Konsolidierung in der deutschen DIY-Branche gegenwärtig zu stocken scheine. Die Analyse der Top 10 der Branche zeige, dass es sich bei den Anteilseignern der Wettbewerber von Praktiker vor allem um familiengeführte Gesellschaften handle, deren strategische Antwort auf die Weiterentwicklung der Unternehmen nicht gegeben sei. In einem rückläufigen Markt würden Übernahmen auch nur dann Sinn machen, wenn man erstklassige Standorte erwerben könne.
Im Ausland sei die Positionierung von Praktiker als serviceorientierte Marke nicht infrage zu stellen. Die Auslandsmärkte in Osteuropa würden unverändert als Wachstumsmärkte gelten, auch wenn eine Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten zu erwarten sei. Russland sei aber unverändert kein Thema, weil hier auf absehbare Zeit nicht die Marktposition 1 oder 2 erreicht werden könne. Von den in den internationalen Märkten vorgehaltenen Sortimenten würden nur 10% zentral beschafft und entsprechend würden 90% dem jeweils nationalen Einkauf unterliegen.
Diese auf den ersten Blick überraschende Zahl sei auf drei Punkte zurückzuführen. Zum einen würden die Konsumenten in gewissem Maße regionale Produkte erwarten. Zum anderen würden bestimmte Produkte z. B. von Bosch nur über die jeweiligen Landesgesellschaften beschafft. Zudem würden Transportkosten bei Zement oder ähnlichen Produkten gegen eine zentrale Beschaffung sprechen.
Praktiker selber sei zurückhaltend bei der eigenen Prognose für 2009 und stelle die Sicherung der Liquidität bei der Guidance in den Vordergrund.
Die Analysten hätten zuletzt ihre Schätzungen nach unten angepasst und würden jetzt unverändert für 2009 ein Umsatzminus von 5% prognostizieren. Auf der Ergebnisseite führe dies zu einem erwarteten Gewinn je Aktie für das laufende Jahr von 0,70 EUR und von 0,75 EUR für das Jahr 2010.
Wenn die Analysten vom Bankhaus Lampe jedoch ihr Kursziel von 3 auf 5 EUR deutlich erhöhen und ihre Anlageempfehlung "verkaufen" für die Praktiker-Aktie auf "halten" erhöhen, dann reflektieren sie hiermit zum einen die Diskussionen über ein Wiederaufflammen der Osteuropafantasie und zum anderen die immer wieder aufflammende Übernahmegerüchte. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2009" vom 06.04.2009) (06.04.2009/ac/a/d)
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